Unsere Buchtipps für Sie

Bilderbuch

Anna Wills/Nora Tomm: Das Wimmelbuch der Weltreligionen (J. Sunderer)

Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus und Judentum: In diesem wunderbaren Wimmelbilderbuch werden die fünf Weltreligionen farbenfroh-fröhlich und völlig wertfrei vermittelt. Jeder Religion ist eine Doppelseite gewidmet, die ganz ohne Text auskommt. Wertvolle Sach- und Hintergrundinformationen liefert das beiliegende Booklet, das in Zusammenarbeit mit Experten entstanden ist. Ein Buch zum Schauen und Staunen, das nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen die Vielfalt des Glaubens näherbringt.

Beltz & Gelberg 2017, ab 5 Jahren


James Krüss: „Der Reisepudel Archibald“ (J. Heinen)

„Der Reisepudel Archibald, der lebte in Paris, bis er an einem Donnerstag die schöne Stadt verließ.“ In seinem roten Opel macht er sich auf und braust durch Europa, nach Italien und Berlin, von Istanbul bis Spanien. Unterwegs erkundet er die Städte, trifft neue Freunde und in Amsterdam sogar Pudeldame Kunigunde. Die wunderbar gereimte Reise macht so viel Spaß, dass sie gar nicht aufhören dürfte. Die schönste Wiederentdeckung der Saison.

Boje Verlag, ab 4 Jahren

Kinderbuch

Megumi Iwasa/Jörg Mühle (Illu.): Viele Grüße, Deine Giraffe (J. Sunderer)

Ein Briefroman für Erstleser über die ungewöhnliche, ja im Prinzip unmögliche Freundschaft zwischen einer Giraffe und einem Pinguin. Die Giraffe versendet per Pelikan-Post einen Brief an einen unbekannten Empfänger hinter dem Horizont: den Pinguin. Pinguin und Giraffe lernen viel über sich selbst und den anderen während des regen Briefkontakts. Und als sich Giraffe entschließt, den Freund zu besuchen, noch dazu als Pinguin verkleidet, wird es nochmal besonders spannend und besonders lustig. Die Geschichte der japanischen Autorin und die wunderbaren Illustrationen von Jörg Mühle bezaubern gleichermaßen. Ein Juwel!

Moritz 2017, ab 6 zum Vorlesen oder für alle, die schon gerne selber lesen

Jugendbuch

Badey/Kühn: Strom auf der Tapete (J. Sunderer)

Zu Recht wurde dieses fulminante Jugendbuch vom Autorinnenduo Andrea Badey und Claudia Kühn mit dem Peter Härtling Preis ausgezeichnet. Die Geschichte erzählt von zwei Außenseitern, die mehr oder weniger durch Zufall einen gemeinsamen Roadtrip antreten, der sie bis an die polnische Grenze führt. Ron Robert wohnt im Plattenbau, seine Mutter hat ihr Leben nicht im Griff. Die „Rolli-Klara“ hingegen wohnt in der „Reichen-Gegend“, ihre Eltern sind aber so gut wie nie zu Hause. So sind beide, Ron Robert und Klara, mehr oder weniger auf sich allein gestellt. Mit Schneewittchen, einem weißen Cabriolet, machen sie sich auf die Suche nach Ron Roberts Vater. Eine turbulente Reise beginnt…

Authentisch, skurril, spannend und absolut empfehlenswert!

Beltz & Gelberg 2017, ab 14


Smith, Neil: „Das Leben nach Boo“ (J. Heinen)

Boo ist ein blasser, hochbegabter und an seiner Schule wenig beliebter Junge. Wie sich bald herausstellt, ist er aber vor allem tot; gestorben während er an seinem Spind das Periodensystem der Elemente auswendig aufsagte. Das Jenseits, in dem er erwacht, ist ein ganz besonderer Ort, denn dort leben (oder nachleben) nur amerikanische Dreizehnjährige in einer seltsam utopischen und gleichzeitig streng organisierten Stadt. Boo lernt schnell, wie der Alltag funktioniert, doch dann taucht eines Tages ein alter Klassenkamerad auf, der die wahren Gründe ihres Todes zu kennen glaubt. „Das Leben nach Boo“ ist gleichzeitig nachdenklich, erschreckend und urkomisch; und dabei, ähnlich wie Wolfgang Herrndorfs „Tschick“, ein Buch für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen. Besonders Spaß machen die zahlreichen popkulturellen Anspielungen auf die Welt der siebziger Jahre.

Schöffling & Co. Für Jugendliche und Erwachsene

Belletristik

Claire Fuller: "Eine englische Ehe". Piper Verlag (B. Götz)

Das Buch beginnt damit, dass ein Mann - ein alternder Literaturprofessor- seine lang verschwundene Frau zu sehen glaubt. Der Gedanke, seine längst totgeglaubte Frau könnte noch leben, den seine jüngste Tochter bald mit ihm teilt, durchzieht das Buch. In diese im jetzt spielende Rahmenhandlung eingebettet, beschreibt seine Frau rückblickend wie sie sich als junge Studentin in diesen, ihren Professor verliebte und trotz aller Warnungen- er war als Frauenheld bekannt- heiratete und zwei Töchter bekam. In einsamen Nächten, wenn er mit anderen Frauen unterwegs war und sie mit den Kindern zuhause, schreibt sie ihm Briefe - die sie ihm jedoch nie schickt, sondern in seine vielen Büchern versteckt- über ihre Liebe, Ihre Beziehung und rollt so rückwärts Ihre Geschichte auf. Parallel dazu wird diese Geschichte aus der Sicht der jüngsten Tochter erzählt, die beim Verschwinden der Mutter - sie ist eines Tages einfach an den Strand gegangen und nie zurückgekehrt- erst 12 war und sehr darunter gelitten hat. Bis zum Schluss bleibt das Buch spannend bis zur letzten Seite mit immer neuen Wendungen und bietet eine gute Mischung aus Anspruch, Spannung und Unterhaltung.

Piper Verlag


Meyer, Clemens: Die stillen Trabanten. Erzählungen (J. Heinen)

Clemens Meyer erzählt von Randgestalten, die man leicht übersehen könnte. Da sind die Frauen, die nachts die Züge putzen, der Wachmann eines Flüchtlingsheims und die Bewohner des ehemaligen Kohleviertels, das beinahe ganz verschwunden ist. Sie alle leben im Durchgang, bewegen sich durch die Nacht und führen dabei das fort, was bereits die ganz alten Mythen berichten: Die Rückkehr in die Heimat als Argonauten, den Traum von Störtebecker oder einfach von der Frau des Nachbarn, die heimlich im Plattenbau raucht und dabei ein kleines bisschen Freiheit zu leben versucht. Die Sprache der Erzählungen ist viel zarter, als man es von Meyer kennt, die Handlungsebenen sind sehr fein gewebt und kreisen immer wieder wie die geschilderten Trabanten um ein gemeinsames Zentrum, der Stil erinnert an Salinger oder Capote. Trotz aller Stille und Feinheit zieht dieser sehr gegenwärtige Erzählungsband sofort in den Bann.

S. Fischer Verlag